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Energiesprong DE
kippende Häuser-Fassade in Fabrikecoworks GmbH

Serielles Sanieren

Um die Klimaziele der Bundesregierung bis 2045 zu erreichen, ist eine umfassende energetische Sanierung des Gebäudebestands unerlässlich. Dies stellt Gebäudeeigentümer vor enorme Herausforderungen. Langwierige Planungen, hohe Investitionskosten und der Mangel an Fachkräften führen zu einer unzureichenden Sanierungsquote. Um Sanierungslösungen einfacher, schneller und wirtschaftlicher zu gestalten, sind neue Methoden und Ansätze erforderlich.

Energiesprong Factsheet

Das Wichtigste zum seriellen Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip für Sie zum Herunterladen.

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Hier setzt das Konzept der seriellen Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip an. Mit diesem kann durch digitale Baukastenlösungen ein klimaneutraler Gebäudebestand trotz Fachkräftemangel erreicht werden.

Beim seriellen Sanieren handelt es sich um energetische Gebäudesanierungen, bei denen Prozesse standardisiert und digitalisiert sind sowie außerhalb der Baustelle modular vorgefertigte Elemente eingesetzt werden. Diese Elemente umfassen gedämmte Fassaden, (PV-) Dächer und Haustechnikmodule.

Der hohe Vorfertigungsgrad dieser Elemente ermöglicht einen erheblich reduzierten Montageaufwand vor Ort auf der Baustelle im Vergleich zur herkömmlichen Sanierung.

Mit seriellen Sanierungen nach dem Energiesprong-Prinzip können mehrere Sanierungshemmnisse gleichzeitig aufgelöst werden. Durch den standardisierten, digitalisierten Prozess und den hohen Vorfertigungsgrad ermöglichen sie mehr Geschwindigkeit und mehr Sanierung pro Fachkraft bei gleichbleibend hoher Qualität.

Prozesse auf der Baustelle können stark verkürzt werden, idealerweise von mehreren Monaten auf wenige Wochen. Zudem lassen sich serielle Sanierungen aufgrund der kurzen Bauzeit meistens im bewohnten Zustand durchführen.

Ein weiterer Vorteil liegt in dem Kostensenkungspotential, das mit Skaleneffekten in der Vorfertigung sowie weiter optimierten Prozessen und Lösungen erschlossen werden kann. Kombiniert mit einem minimiertem Energiebedarf wie zum Beispiel beim NetZero-Standard sinken parallel die Energiekosten auf Nutzerseite, so dass die Sanierungskosten perspektivisch größtenteils aus Energieeinsparungen gedeckt werden können – und hocheffiziente Sanierungen damit in der Breite bezahlbar werden.

Das aus den Niederlanden stammende Energiesprong-Prinzip wird bereits in mehreren europäischen Ländern erfolgreich umgesetzt. Mit einem digitalisierten, neu gedachten Bauprozess und vorgefertigten Elementen für Fassade, PV-Dach sowie Haustechnik werden Gebäude serieller saniert und zugleich innerhalb weniger Wochen idealerweise auf einen NetZero-Standard gebracht. NetZero bedeutet, dass die Gebäude im Jahresmittel so viel erneuerbare Energie erzeugen wie für Heizung, Warmwasser und Strom benötigt wird. Geplant ist, dass sie nach der Sanierung den energetischen Standard eines Nullenergiehauses erreichen.

Jedes Energiesprong-Projekt startet mit einem 3D-Laserscan des zu sanierenden Gebäudes. Die erfassten Daten dienen der Erstellung eines BIM-Modells, das die Basis für die digitale Planung und modulare Vorfertigung bildet. Dabei werden Fassaden- und Solardachelemente präzise im Werk hergestellt, inklusive Fenstern, idealerweise bereits mit Dämmung und Außenputz oder anderer gewünschter Oberflächen. Teilweise sind in den Fassaden auch bereits TGA-Module integriert.

Ein ebenfalls vorproduziertes Energiemodul, das Heizung, Warmwasserspeicher, Lüftung und Photovoltaik-Elektronik enthält, wird als Gesamteinheit auf die Baustelle geliefert und dort angeschlossen. Anschließend werden die vorgefertigten Fassaden- und Solardachelemente zum Haus transportiert und am Gebäude montiert.

Serielles Sanieren eignet sich besonders für Gebäude der 1950er bis 1970er Jahre mit einfacher und typenähnlicher Struktur und einem hohen Energieverbrauch von 130 kWh/(m²·a). Das Sanierungsvolumen allein in diesem Gebäudesegment liegt geschätzt bei mehr als 100 Milliarden Euro.

Mit fortlaufender Entwicklung entstehen zunehmend Lösungen für immer mehr Gebäudetypen wie zum Beispiel Nichtwohngebäude (Büros, Schulgebäude). Nach Schätzungen der dena sind zudem rund vier Millionen Einfamilienhäuser grundsätzlich für eine serielle Sanierung geeignet.

Entdecken Sie Projekte, die nach dem Energiesprong-Prinzip seriell saniert wurden.

Wie bei den meisten Innovationen sind auch die Kosten serieller Sanierungslösungen derzeit noch relativ hoch. Damit sie trotzdem bereits jetzt wirtschaftlich umgesetzt werden können, gibt es einen 15-prozentigen Förderbonus im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Damit sind serielle Sanierungen – bei deutlich schnellerer Umsetzung –  kostentechnisch inzwischen mit konventionell durchgeführten, hocheffizienten Sanierungen vergleichbar und für viele Wohnungsunternehmen wirtschaftlich umsetzbar.

Die dadurch steigende Nachfrage bildet die Grundlage für Kostensenkungen: Mit höheren Stückzahlen für vorgefertigte Fassaden-, PV-Dachelemente und Energiemodule treten Skaleneffekte ein. Zudem lohnt es sich für Bauunternehmen, Prozesse, Lösungen und Geschäftsmodelle kontinuierlich weiterzuentwickeln und so weitere Kosteneinsparungen zu ermöglichen.

Die Entwicklung, Erprobung und Herstellung neuartiger Verfahren und Komponenten wird ebenso gefördert über die Bundesförderung Serielles Sanieren (pausiert derzeit). Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Erfahren Sie im Rahmen unserer Online-Fördertalks alles Wissenswerte zum aktuellen Stand der seriellen Sanierungsförderung. Melden Sie sich gerne jetzt für unseren nächsten Talk an, die Teilnahme ist kostenlos.

Das_Energiesprong-Factsheet

NetZero-Standard in wenigen Wochen – darum geht es beim seriellen Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip.