
StudiWood | Universitätsring Trier
| Auf einen Blick | Hintergrund & Herausforderungen | Maßnahmen | Bilder des Projekts
In Trier wird derzeit ein Studentenwohnheim aus den 80er Jahren seriell saniert, teilweise um ein Staffelgeschoss erweitert, weitestgehend barrierefrei umgebaut und an die Bedürfnisse heutiger Studierender angepasst. Einzelapartments sowie großzügige 2er und 3er Wohngemeinschaften mit modernem Wohnkomfort ersetzen die beengten WG-Zimmer aus der Entstehungszeit.
Auf einen Blick
- Adresse: Universitätsstraße 8, 8a, 8b, 54296 Trier
- Baujahr: 1981
- BGF:
- Haus 1: 2.571 m2
- Haus 2: 2.263 m2
- Haus 3: 2.263 m2
- Gesamt gerundet 7.000 m2 (davon ca. 6.000 m2 Bestand und ca. 1.000 m2 Aufstockung)
- Zahl der Wohnungen: 194
- Anzahl der Vollgeschosse: 4-5
- Sanierungszeitraum: Oktober 2026-Oktober 2028
- Energieverbrauch:
- vor der Sanierung: XXX kWh/m2a
- nach der Sanierung: XXX kWh/m2a
- Effizienzstandard: KfW 55
- Investitionssumme: ca. 31 Mio. Euro
- Förderung:
- KfW
- Klimabündnis Bauen Rheinland-Pfalz
- Landesförderung Rheinland-Pfalz "Junges Wohnen"
Projektbeteiligte





Hintergrund & Herausforderungen
Die drei Gebäude weisen s-förmige Grundrisse auf und bilden ein für die 80er Jahre typisches, expressives Ensemble mit zahlreichen Winkeln sowie diversen Vor- und Rücksprüngen. Eine Ausgangssituation, die für eine serielle Sanierung alles andere als optimal ist und eine besondere Expertise erfordert. Mit ACMS gewann ein Architekturbüro den europäischen Wettbewerb, das sich auf Bauen im Bestand, Ressourceneffizienz und Vorfertigung spezialisiert hat. 2023 wurde das Büro für das Projekt CampusRO, ein mit vorgefertigten Holzbauelementen neu errichtetes Studentenheim, mit dem renommierten Balthasar-Neumann-Preis ausgezeichnet. Projektpartner sind Pirmin Jung, die ihre Erfahrungen in den Bereichen Tragwerksplanung, konstruktiver Holzbau, Bauphysik und Brandschutz in das Projekt einbringen. Ingenieurbüro Schmidt & Willmes sorgte für die notwendige TGA-Expertise bei der nachhaltigen Wärmegewinnung (Geothermie) und Wärmeerzeugung (Solargründächer).
Maßnahmen
- Schadstoffsanierung der vorhandenen asbesthaltigen Fassade
- Neue Gebäudehülle aus hochgedämmten, vorgefertigten Holzfassadenelementen
- Aufstockung um ein Staffelgeschoss in Holzbauweise
- Änderung der Grundrisse
- Barrierefreie Umgestaltung der Wohnanlage inkl. Aufzügen in Holzbauweise
- Verwendung von Kalamitätsholz an der Holzfassade und als Parkettboden in den Wohnungen
- Einsatz zertifizierter Hölzer aus der Region bei den entscheidenden Holzbauteilen (Holztafeln, Holzdecken, Brettsperrholzwände)
- Ausstattung der Dächer mit Photovoltaik-Modulen und Dachbegrünung
- Wärmeversorgung über Geothermie
- Dezentrale Lüftung in den Wohneinheiten mit Wärmerückgewinnung und Bypass-Lösung zur Nachtauskühlung
- Einsatz von Fertignasszellen in Aufstockung und Anbauten
- Barrierefreie Umgestaltung der Außenanlagen und Wege
Besonderheiten:
Besonders wichtig war den Projektbeteiligten die maximale Energie- und Ressourceneffizienz. Die vorhandene Bausubstanz wurde weitestgehend erhalten, Bestandsbauteile wenn möglich wiederverwendet. In den Außenbereichen und für die Bodenarbeiten kommt sogenanntes Eichen Kalamitätsholz zum Einsatz. Holz, das technisch einwandfrei ist, durch Käfer- oder Pilzbefall optische Unregelmäßigkeiten aufweist. Die Möblierung der Apartments basiert auf Ideen und Entwürfen angehender Tischlermeisterinnen und Tischlermeistern der Handwerkskammer Trier in enger Zusammenarbeit mit der Holzbauinitiative „Modellregion Holzbau Trier“. Ein vorbildlicher Ansatz, der vom Umweltministerium Rheinland-Pfalz gefördert wird und teilweise mit dem Label „Holz von Hier“ zertifiziert ist.
Serielles Sanieren bedeutet für uns, aus dem Bestand heraus passgenaue Lösungen zu entwickeln. Im Projekt StudiWood nutzen wir Vorfertigung und Holzbau gezielt, um die vorhandene Substanz zu erhalten und zu erweitern, und die markante Architektur weiterzuentwickeln. So bleiben sowohl die Graue Energie der bestehenden Konstruktion als auch die baukulturelle Goldene Energie des Bestands erhalten und werden zur Grundlage für ein zukunftsfähiges, ressourcenschonendes Gebäude.
Natascha Hillier
ACMS Architekten GmbH
Nach den beiden Holz-Neubauten „Enercase“ und „Haus am Baum“ hält mit meinem dritten Bauprojekt „StudiWood“ der Holzbau nun Einzug im Bereich der Sanierung von studentischen Wohnanlagen. Der Baustoff Holz spielt auch hier seine Stärken in vorbildlicher Weise aus. Das betrifft die flexible Gestaltung ebenso wie die maximale Ressourcenoptimierung. So kommt bei „StudiWood“ in großem Umfang Kalamitäts-Eiche zum Einsatz. Holz ist ein Baustoff mit großem Zukunftspotential; das gilt für Neubau und Sanierung gleichermaßen.
Andreas Wagner
Geschäftsführer Studiwerk Trier
Weitere Meldungen zum Projekt
- Projektbeschreibung, im Geschäftsbericht des Studiwerks Trier
- Projektbeschreibung, ACMS Architekten
- Projektbeschreibung, Pirmin Jung
