
Sektorenkopplung | Salzgitter
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Mit rund 9.000 Wohnungen ist die TAG der größte Vermieter in Salzgitter. Im Stadtteil Lebenstedt lässt der Wohnungskonzern zwei Gebäuderiegel vom Gesamtlösungsanbieter B&O seriell sanieren. Um herauszufinden, wie möglichst viel selbst erzeugter Solarstrom in den Gebäuden genutzt werden kann, werden zwei unterschiedliche Warmwasserversorgungskonzepte unter gleichen Bedingungen erprobt.
Auf einen Blick
- Adresse: Suthwiesenstraße 55-57, 38226 Salzgitter
- Anzahl der Vollgeschosse: 4
- Anzahl der Wohnungen: 72
- BGF: 3.550m2
- Baujahr: 1964
- Sanierungszeitraum: Herbst 2025 – XY 2026
- Energieeffizienzniveau nach der Sanierung: KfW 55
- Investitionsvolumen: 7 Mio. Euro
- Förderung KfW 55 plus Serieller Sanierungsbonus: 2,5 Mio. Euro
Projektbeteiligte



Hintergrund & Herausforderungen
Mit rund 84.000 Wohneinheiten zählt die TAG zu den größten Wohnungskonzernen in Deutschland. Bei der Dekarbonisierung seines Portfolio ist das Unternehmen auf einem guten Weg. 2024 betrugen die CO2-Emissionen 28,3 kg/m². Ziel ist es, den CO2-Ausstoß bis 2045 auf weniger als 7 kg/m² zu reduzieren. Erreicht werden soll dies durch ein nachhaltiges Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von ca. EUR 690 Mio.
Maßnahmen
- Sanierung der Gebäudehülle mit vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise
- Dämmung der Kellerdecke
- Erneuerung der Gebäudetechnik
- Heizenergie: Anschluss an das Fernwärmesystem
- Warmwasserversorgung:
- Gebäude 1: Zentrale Wärmepumpe mit Pufferspeicher Fernwärme
- Gebäude 2: Dezentrale Boiler mit Akkuspeicher - Solarstrom über Photovoltaikanlagen auf den Dächern
- Smartes Energiemanagement
Besonderheiten:
Um die Möglichkeiten der Sektorenkopplung auszuloten, werden in den Gebäuden zwei unterschiedliche Warmwassererzeugungskonzepte erprobt. Ziel ist eine maximale Eigennutzung des über die Photovoltaikanlage gewonnenen regenerativen Stroms. Durch intelligente Kopplung und digitale Steuerung lässt sich der Anteil von durchschnittlich 35 Prozent mehr als verdoppeln. Mieterinnen und Mieter profitieren von günstigem Mieterstrom, der deutlich unter dem regulären Strompreis liegt. Auf Vermieterseite tragen die Erlöse aus dem PV-Strom zur Refinanzierung ihrer Sanierungsinvestition bei. Somit ist die Sektorenkopplung ein Modell, von dem Mietende und Vermietende gleichermaßen profitieren.
Wer den Bestand nachhaltig und ressourcenschonend modernisieren will, braucht effiziente und moderne Lösungen. Wir sehen das nicht als kurzfristigen Trend, sondern als zentrales Thema für die kommenden Jahre – insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Bausektor, die Energiewende und den wachsenden Kostendruck im Bauwesen.
Dirk Förster-Wehle
Leiter Zentrale Technik der TAG

