
Oskar-Sommer-Straße | Frankfurt am Main
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In Frankfurt-Sachsenhausen setzt der Discounter ALDI SÜD ein zukunftsweisendes Mixed-Use-Konzept um: Ein ehemaliges Bürogebäude der Deutschen Bahn wird seriell saniert, um ein Staffelgeschoss erweitert und in ein Wohnensemble mit 83 Wohnungen unterschiedlichster Größen umgewandelt. Im Erdgeschoss sorgt eine moderne ALDI-Filiale für die Nahversorgung der Bewohnenden und Anwohnenden.
Auf einen Blick
- Adresse: Oskar-Sommer-Straße 15-17, 60596 Frankfurt
- Anzahl der Vollgeschosse: 7
- Anzahl der Wohnungen: 83 nach der Sanierung & Revitalisierung
- BGF: 8.000 m2
- Baujahr: 1966
- Sanierungszeitraum: Frühjahr 2025 – Sommer 2026
- Energieeffizienzniveau nach der Sanierung: KfW 55
Projektbeteiligte



Hintergrund & Herausforderungen
Freie Flächen sind in Ballungsgebieten ebenso Mangelware wie bezahlbarer Wohnraum. Gefragt sind innovative Konzepte, die mehrere Funktionen miteinander verbinden. Ein vielversprechender Ansatz ist das Wohnen über Supermärkten. Laut einer Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts könnten allein durch die Aufstockung von Lebensmittelläden und Discountern bis zu 400.000 zusätzliche Wohnungen entstehen. Diese Art der vertikalen Verdichtung schafft Städte der kurzen Wege, in denen Arbeiten, Wohnen und Nahversorgung in direkter Nachbarschaft liegen. Wohnungssuchende haben die Chance auf bezahlbare Mieten in bester Innenstadtlage, Supermarktketten profitieren von attraktiven Zusatzeinnahmen. Allein der Discounter ALDI SÜD will in den nächsten Jahren deutschlandweit mehr als 2000 Wohnungen über seinen Filialen bauen. Je nach Lage und Bedarf sind auch andere Nutzungen denkbar, wie zum Beispiel Kitas oder Studentenwohnheime.
Maßnahmen
- Sanierung der Gebäudehülle mit vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise
- Aufstockung des Gebäudeensembles um ein Staffelgeschoss in Massivholzbauweise
- Bauphysikalische und statische Ertüchtigung
- Erneuerung der Gebäudetechnik
- Verstärkung der Bestandsfundamente
- Heizenergie über Wärmepumpen
- Solarstrom über Photovoltaikanlagen auf den Dächern
Besonderheiten
Besonderheiten:
Auf klassischen einstöckigen Supermärkten sind Aufstockungen in größerem Ausmaß aus statischen Gründen nicht möglich. Insofern kann diese Variante eher einen bescheidenen Beitrag zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum leisten. Zusätzlicher Wohnraum in völlig anderen Größenordnungen lässt sich hingegen durch die Umnutzung von leerstehenden Bürogebäuden schaffen. Aus der Kombination mit einem Supermarkt im Erdgeschoss ergeben sich allerdings besondere bauliche Herausforderungen. So müssen Bauherren deutlich mehr in den Schallschutz investieren, damit die darüber lebenden Bewohnenden nicht durch frühmorgendliche Warenanlieferungen gestört werden.
Die Weiterverwendung bestehender Bausubstanz ist immer die nachhaltigere Lösung. Im Vergleich zum konventionellen Neubau können so mehr als 50 Prozent an CO₂-Emissionen eingespart werden.
Mario Bernd Liebchen
Niederlassungsleiter Bestands- und Wohngebäude Rhein-Main bei Goldbeck
Weitere Meldungen zum Projekt
- Artikel „Wohnen über dem Supermarkt: ALDI SÜD plant neue Filiale und 83 Wohnungen", Entwicklungsstadt
- Artikel „Wohnen bei Aldi – vier Projekte in Frankfurt", Frankfurter Rundschau
- Artikel „Wohnen über dem Supermarkt", Frankfurter Neue Presse
- Projektbeschreibung, ALDI Süd
- Projektbeschreibung, Albert Speer + Partner



