
Hagebuttenweg | Hannover
| Auf einen Blick | Hintergrund & Herausforderungen | Maßnahmen | Bilder des Projekts
In Hannover-Bothfeld saniert der Wohnungskonzern Vonovia gemeinsam mit GAP/ ELK TECH den ersten Wohnkomplex in der niedersächsischen Landeshauptstadt seriell. Das Projekt hat in vielerlei Hinsicht innovativen Vorbildcharakter.
Auf einen Blick
- Adresse: Hagebuttenweg 19-31, 30657 Hannover
- Anzahl der Vollgeschosse: 4-8
- Anzahl der Wohnungen: 75, verteilt auf 7 Gebäude
- BGF: 6.109 m2
- Baujahr: 1972
- Sanierungszeitraum: Anfang Dezember 2025 – Ende September 2026
- Energieverbrauch vorher: 171 kWh/m², nachher 22 kWh/m²
- Energieeffizienzniveau nach der Sanierung: KfW 40 (Verbesserung von Effizienzklasse F auf A)
- Investitionsvolumen: 8,7 Mio. Euro
- Förderung: KfW 40 + SerSan Bonus + Erneuerbare Energien Klasse
Projektbeteiligte



Hintergrund & Herausforderungen
Als Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen mit rund 550.000 Wohnungen hat Vonovia ein klares Ziel: Bis zum Jahr 2035 soll der gesamte Gebäudebestand klimaneutral gestaltet werden. Ein klarer Klimapfad dient als Wegweiser, durch den gezielt nachhaltige Maßnahmen umgesetzt werden.
In der Region Hannover wurden 64 Prozent der Bestandsgebäude in den 50er-80er Jahren erbaut und werden größtenteils mit Gas beheizt. Rund 10.000 Gebäude müssen daher energetisch saniert werden. Doch angesichts hoher Baukosten und fehlender Fachkräfte steckt die niedersächsische Hauptstadt im Sanierungsstau.
Um Sanierungen effizienter, schneller und mit weniger Belastung für die Bewohner umzusetzen, setzt Vonovia verstärkt auf serielle Modernisierung mit vorgefertigten Bauteilen. Ein Beispiel dafür sind acht Mehrfamilienhäuser aus den 1970er Jahren in Witten, die erfolgreich seriell modernisiert wurden – mit einer deutlich verkürzten Bauzeit.
Dieses Know-how bringt Vonovia gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Region Hannover, hannoverimpuls sowie weiteren Partnern in die Region Hannover ein. Ziel ist es, die Region mit innovativen Ansätzen zur energetischen Modernisierung zum Vorreiter in Niedersachsen zu machen und gleichzeitig den Klimaschutz im Gebäudesektor maßgeblich voranzutreiben.
Maßnahmen
- Sanierung der Gebäudehülle mit vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise
- In der Fassade integrierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
- In der Fassade integrierte Photovoltaikmodule
- In der Fassade integrierte Heizfenster ersetzen die alte Gaszentralheizung
Besonderheiten:
Beim seriellen Sanierungsprojekt in Hannover werden zwei Innovationen verbaut, die perspektivisch zur Kostensenkung des zukunftsweisenden Modernisierungsansatzes beitragen sollen. So sorgt eine innovative Solarfassade dafür, dass sich der Energiebedarf allein über die Gebäudehülle um bis zu 90 Prozent reduziert. Die Photovoltaikmodule in der Fassade produzieren im Jahresdurchschnitt so viel Solarenergie, wie die Bewohnenden für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom benötigen.
Eine weitere Innovation sind die neuartigen Heizfenster, die die alte Gaszentralheizung ersetzen. Die auf dem Infrarot-Prinzip basierenden Fenster ermöglichen es, Räume allein über die Fensterflächen zu beheizen und so die herkömmliche Gebäudeheizung zu ersetzen. Fensterheizungen eignen sich vor allem für gut gedämmte Häuser mit hohem Effizienzstandard.
Die klimaneutrale Transformation unseres Gebäudebestands ist eine zentrale Aufgabe mit anspruchsvollen Anforderungen. Gleichzeitig fehlen vielerorts die notwendigen Fachkräfte für eine zügige Umsetzung. Serielle Modernisierung begegnet dieser Herausforderung durch einen hohen Vorfertigungsgrad und schafft Tempo sowie Planungssicherheit.
Luka Mucic
CEO Vonovia
Wir fokussieren uns auf die All-in-one-Fassade. Ziel ist es, neben der Dämmung und den Fenstern möglichst viel Gebäudetechnik in die neue Gebäudehülle zu integrieren. So können wir schneller skalieren und deutliche Kostensenkungen realisieren.
Samuel Paulsen
Stellvertretender Abteilungsleiter serielle Modernisierung, Vonovia





