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Energiesprong DE

Serielle Heizungssanierung – Tempomacher für die Wärmewende im Bestand

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Energiekrise ist der Umstieg auf regenerative Energien wichtiger denn je. Denn nur wer sich von fossilen Energieträgern unabhängig macht, ist dauerhaft vor Versorgungsengpässen und steigenden Energiepreisen geschützt.

Im Rahmen des dena-Exkursionsformats Energiesprong on TECHNIKtour wurden am 12. Juni vier zukunftsweisende Lösungen präsentiert, die einen schnellen, mieterfreundlichen und wirtschaftlichen Umstieg auf klimafreundliche Energielösungen ermöglichen. 

„Eine Lösung, die für alle passt, gibt es nicht. Dazu sind der bauliche und energetische Status quo der Gebäude, die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort und die finanziellen Möglichkeiten der Gebäudeeigentümer zu unterschiedlich. Der serielle Sanierungsbaukasten bietet mittlerweile eine breite Palette an klimafreundlichen Heizungssystemen, sodass jeder Bestandshaltende die passende Lösung für seine individuelle Ausgangssituation findet“, erklärt Timo Sengewald vom dena-Kompetenzzentrum Serielles Sanieren. 

Modulare Heizungs-Cubes

Vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte und ambitionierter Klimaziele ist klar: die Effizienz muss rauf und die Kosten runter. Für Gundolf Scholpp von der Wolf GmbH gehört vorgefertigten Cubes, in denen die gesamte Wärmetechnik vorinstalliert ist, Zukunft: „Sie ermöglichen eine optimale Skalierbarkeit des Systems und sind inzwischen ästhetisch so ansprechend, dass man sie nicht mehr verstecken muss.“ Die modularen Heizungs-Cubes von Wolf werden individuell geplant, eignen sich für Projekte bis 100 kW Leistung und bieten die Ausbaumöglichkeit zur Energiezentrale. Die werkseitig vorgefertigten und technisch vorinstallierten Module werden einfach neben dem Wohngebäude positioniert und dort nur noch angeschlossen.

Ausgezeichnete All-in-one-Fassade

Die CEPA-Energiefassade nutzt das Prinzip der Bauteilaktivierung und vereint die Funktionen Dämmen, Heizen, Kühlen und Speichern in einem System. Die mehrfach ausgezeichnete Lösung funktioniert wie eine Fußbodenheizung an der Fassade und ermöglicht eine minimalinvasive Gebäudesanierung im bewohnten Zustand. Große Wärmeübertragungsflächen auf Niedertemperatur sorgen für eine effiziente Nutzung der thermischen Energie. „Um den Gebäudebestand fit für die klimaneutrale Zukunft zu machen, braucht es Lösungen, die nachhaltig für die Umwelt, wirtschaftlich für den Bauherrn, skalierbar für die Wirtschaft, minimalinvasiv für die Mieter, mit unterschiedlichen Energieformen kompatibel und für verschiedenste Gebäudetypen geeignet sind“, so Thomas Buchsteiner, der mit seiner in Österreich entwickelten Lösung nun den deutschen Markt erobern will.

Innovative Fensterheizung

Die Fensterheizung von Vestaxx ermöglicht es, Räume per Infrarotstrahlung allein über die Fensterscheiben zu beheizen und so die klassische Gebäudeheizung zu ersetzen. Fensterheizungen eignen sich vor allem für gut gedämmte Häuser. Beim Einsparpotenzial schneidet die Fensterheizung ähnlich gut ab wie eine Wärmepumpe, ist aufgrund niedrigerer Anschaffungs-, Abrechnungs- und Wartungskosten aber mit einer deutlich geringeren Modernisierungsumlage für die Mieterinnen und Mieter verbunden. „Gute Lösungen sind zumeist erstaunlich einfach. Sie haben wenig Schnittstellen, einen hohen Vorfertigungsgrad, einen geringen Investitionsaufwand, eine hohe Mieterakzeptanz und sind weitestgehend wartungsfrei“, erklärt Niklas Baumeister von Vestaxx.

Unterirdische Technik-Zentralen

Die Ground Cubes von Sistems, die vor Ort besichtigt wurden, sind unter der Erde verbaute Betonkuben, in denen die gesamte Gebäudetechnik vorinstalliert ist. Die technische Versorgung der einzelnen Wohnungen erfolgt über einen Backpacker-Strang in der Fassade. In Sarstedt kommen sechs baugleiche Ground Cubes zum Einsatz, um 12 Gebäude mit 175 Wohneinheiten auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung umzustellen. Gemeinsam mit der kwg Hildesheim setzt Sistems hier die bislang größte serielle Heizungssanierung in Deutschland um. Bauherr Matthias Kaufmann macht deutlich, warum die Energiewende ein großer Spagat für die Wohnungswirtschaft ist: „Wir müssen bis 2045 klimaneutral sein, dürfen dabei aber unsere Mieterinnen und Mieter finanziell nicht überfordern. Deshalb braucht es schnell umsetzbare und gleichzeitig bezahlbare Lösungen.“

Branchenübergreifende Standards

Vorgefertigte und modular integrierbare TGA-Lösungen sind ein wichtiger Baustein, um die Wärmewende im Gebäudebestand voranzutreiben. Auf Initiative der dena wurde im Februar ein herstellerübergreifender Standardisierung-sprozess gestartet. Wolf, CEPA, Vestaxx und Sistems arbeiten in diesem Rahmen an gemeinsamen Branchenstandards. „Die Standardisierung von Bauteilen ist ein entscheidender Hebel, um die Marktakzeptanz zu steigern und schneller in die Breite zu kommen. Kooperation, Kollaboration und Kommunikation sind in der seriellen Sanierungsbranche das neue Normal. Zusammenarbeit wird von allen als Schlüssel zur Skalierung verstanden“, macht Nico Gorsler, Teamleiter des dena-Kompetenzzentrums Serielle Sanierung, deutlich.

Pressekontakt

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Ariane Steffen

Kommunikation Wohn- & Nichtwohngebäude

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