Circular Reno veröffentlicht Leitfaden für biobasierte Baustoffe
Der neue Leitfaden von Circular Reno unterstützt Planende, Anbieter und Bauakteure dabei, biobasierte Baumaterialien gezielt auszuwählen, zu verarbeiten und in vorgefertigte Systeme zu integrieren – für klimafreundliches Sanieren mit regionalen Rohstoffen und neuen Wertschöpfungsketten.
Biobasierte Baustoffe können ein selbstverständlicher Bestandteil klimafreundlicher und kreislauffähiger Sanierungen werden – von Dämmstoffen bis hin zu vorgefertigten Fassaden- und Dachsystemen. Gleichzeitig stellen sich entlang der Wertschöpfungskette viele praktische Fragen: Welche Pflanzen eignen sich für welche Anwendungen? Welche Materialien und Verarbeitungstechnologien stehen bereits zur Verfügung? Welche Vor- und Nachteile bieten die unterschiedlichen Lösungen? Und welche Anbieter und Systemlösungen gibt es bereits am Markt?
Der neue Leitfaden zur Pflanzenauswahl von Circular Reno unterstützt Planende, Anbieter, Hersteller, Handwerksbetriebe, Wohnungswirtschaft, Kommunen sowie private Bauherrschaften dabei, biobasierte Materialien gezielt auszuwählen und klimafreundliche Sanierungslösungen mit regionalen Rohstoffen umzusetzen.
Der Leitfaden wurde im Rahmen des EU-Projekts Circular Reno in Kooperation mit der Uni Bonn/INRES entwickelt und bietet eine klare Orientierung bei der Auswahl von pflanzlichen Rohstoffen, Verarbeitungsmethoden und biobasierten Produkten. Auf knapp 90 Seiten liefert das kostenlose PDF-Dokument fundierte Informationen zu verschiedenen Pflanzen, zeigt deren Einsatzmöglichkeiten und bewertet Vor- und Nachteilen der biobasierten Baumaterialien. Ergänzt mit einem Überblick zur Verarbeitung der biobasierten Dämm- und Baustoffe und einer Auswahl an bestehender Vorfertigungs-Systemanbieter gibt es praxisnahe Unterstützung für die Umsetzung. Besonders wertvoll ist der Fokus auf lokale Wertschöpfungsketten: So lassen sich Transportwege verkürzen, Emissionen senken und die regionale Wirtschaft stärken. Darüber hinaus beleuchtet der Leitfaden auch die Ökosystemdienstleistungen regenerativer Baustoffe – etwa Biodiversitätsförderung, Wasserretention, Bodenverbesserung oder Kohlenstoffspeicherung.
Pflanzliche Rohstoffe im Fokus: Von Stroh bis Typha
Ob Miscanthus, Hanf, Flachs, Stroh oder Nasskulturen wie Typha – der Leitfaden stellt verschiedene Optionen mit Blick auf Standortbedingungen, Ernte, Pflege, Ertrag und ökologische Wirkung vor. Auch ökonomische Aspekte werden berücksichtigt. Für jede Pflanze werden Anbaubedingungen, Erntemethoden, Verarbeitungsschritte, ökologische Vorteile und wirtschaftliche Aspekte analysiert – eine praktische Entscheidungshilfe für die Materialwahl.
Von der Theorie zur Praxis: So gelingt der Einsatz biobasierter Materialien
Für die serielle Sanierung von Fassaden und Dächern stehen bereits verschiedene vorgefertigte Systeme auf Basis biobasierter Materialien zur Verfügung. Der Leitfaden gibt einen Überblick über die aktuell verfügbaren modularen Lösungen – von Strohballen- und Hanf-Dämmplatten bis zu Miscanthus-Verbundsystemen – und zeigt, wie sich diese in bestehende Sanierungsprozesse integrieren lassen. Eine Liste der Anbieter mit Kontaktdaten sowie Praxisbeispielen erleichtert die Auswahl. Weitere praxisnahe Anhänge mit direkter Unterstützung für die Umsetzung sind eine Übersicht zu Baustoffen sowie Hinweise zu Kreislauffähigkeit und Ökosystemdienstleistungen.
Ergänzend stellt Circular Reno eine interaktive Übersichtskarte mit Akteuren entlang der biobasierten Wertschöpfungskette zur Verfügung – von Anbau und Produktion über Verarbeitung und Fachhandel bis hin zu Verbänden, Initiativen, Weiterbildung und Expertinnen und Experten. Die Karte unterstützt dabei, relevante Marktakteure sichtbar zu machen, neue Kooperationen aufzubauen und regionale Netzwerke zu stärken. Zur interaktiven Google-Karte.
Biobasierte Materialien bieten große Chancen für nachhaltiges Bauen – aber sie sind nur dann wirksam, wenn alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette gut informiert sind. Mit unserem Leitfaden schaffen wir Transparenz und zeigen auf, welche Möglichkeiten heute schon bestehen, mit regionalen, nachwachsenden Rohstoffen zu bauen. Dabei geht es nicht nur um CO₂-Speicherung in Gebäuden, sondern auch um zusätzliche Ökosystemdienstleistungen wie Biodiversitätsförderung, Wasserretention oder Bodenverbesserung. Vor allem für die Entwicklung neuer Partnerschaften zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Bauwirtschaft ist es eine wertvolle Grundlage.
Petra van der Wielen, Seniorexpertin Innovation & Transformation, dena
Der Circular Reno-Leitfaden zu biobasierten Baustoffen steht ab sofort als kostenloser Download zur Verfügung.
Über Circular RENO
Circular RENO zielt darauf ab, die Sanierung des Gebäudebestands in Europa ressourcenschonender, kreislauffähiger und sozial gerechter zu gestalten. Neben der Entwicklung biobasierter Wertschöpfungsketten stehen zirkuläre Geschäftsmodelle, neue Partnerschaften in den Regionen, die Einbindung von Kommunen und Eigentümerschaft sowie die Weiterbildung von Fachkräften im Fokus. Durch Pilotprojekte, Workshops und praxisnahe Tools soll das notwendige Wissen in die Breite getragen und die Umsetzung beschleunigt werden.
Pressekontakt

Joseline Silva Cousiño
Kommunikation Einfamilienhäuser und Wissenstransfer Bauwirtschaft





