Klimapaket: Förderung für serielle Sanierungen geplant

Wichtiger Impuls, um innovative Sanierungsprozesse wie Energiesprong-Prinzip zu stärken, Marktentwicklung zu beschleunigen und so Sanierungsrate zu erhöhen.

Die von der Bundesregierung verabschiedeten „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“ beinhalten im Gebäudesektor u.a. auch eine Förderung der seriellen Sanierung. Unterstützt werden sollen die Vorfertigung von Fassaden-und Dachelementen und eine standardisierte Installation der Anlagentechnik sowie die Versorgung mit eigenerzeugtem Strom in Verbindung mit neuen Investitions-und Vertragsmodellen. „Das ist ein wichtiger Impuls, um innovative Sanierungsprozesse wie das Energiesprong-Prinzip zu stärken, die Marktentwicklung zu beschleunigen und so die Sanierungsrate deutlich zu erhöhen“, so Uwe Bigalke, Teamleiter Energiesprong bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). „Allein im Bereich der Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre können wir mit dem Energiesprong-Prinzip rund 3 Millionen Wohneinheiten schnell auf einen Net-Zero-Standard bringen. Das bedeutet, dass die Gebäude die gesamte übers Jahr benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Strom selbst produzieren. Hierfür entwickeln wir gerade mit Vorreitern aus der Bau- und Wohnungswirtschaft einen ersten Markt. Dieser Ansatz lässt sich in den nächsten Jahren auf weitere Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Nichtwohngebäude übertragen."

Marktentwicklung in Deutschland und Europa

In diesem und in den nächsten Jahren werden in verschiedenen Regionen Deutschlands Energiesprong-Piloten umgesetzt, die ganz konkret zeigen, wie serielle Net-Zero-Lösungen für Mehrfamilienhäuser funktionieren. Parallel bündelt die Energiesprong-Initiative derzeit mehrere tausend zu sanierende Wohneinheiten in einen Volume Deal, in den auch Bauwirtschaft, Politik und weitere Unterstützer eingebunden werden. Die beteiligten Unternehmen werden dabei vom Energiesprong-Team durch verschiedene Coaching-Programme unterstützt.

Die serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip ist auch in anderen europäischen Ländern erfolgreich. In den Niederlanden, dem Ursprungsland von Energiesprong, sowie in Frankreich und Großbritannien wurden bereits in mehr als 4.500 Gebäuden umgesetzt. Nach Reihenhaussanierungen liegt der Fokus derzeit auch auf der Marktentwicklung für Mehrfamilienhäuser. Hierzu findet ein enger Austausch der beteiligten Unternehmen und Marktentwicklungsteams statt.

Über das Energiesprong-Prinzip

Energiesprong ist ein neuartiges Sanierungskonzept, das für hohen Wohnkomfort, kurze Sanierungszeiten und ein innovatives Finanzierungsmodell steht. Ziel ist es, Net-Zero-Sanierungen für alle bezahlbar zu ermöglichen, ohne dass die Bewohner mit langen Bauzeiten belastet werden. Dazu sollen die Kosten u. a. durch serielle Vorfertigung, weitestgehend gesenkt werden, bei gleichbleibend hoher Industriequalität.

In Deutschland wird Energiesprong von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) koordiniert. In enger Zusammenarbeit mit der Bau- und Wohnungswirtschaft entwickelt die dena das Sanierungskonzept für den deutschen Markt, bringt Unternehmen zusammen und setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein. Das Projekt wird finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unterstützt vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.  Die Umsetzung der ersten Piloten wird zudem über das EU-Programm INTERREG NWE im Rahmen des Projekts „MUSTBE0“ gefördert.