Innovative Lösung für den Gebäudebestand: Energiesprong als Schwerpunkt im Modul des BMWi bei den Berliner Energietagen

Bei den Berliner Energietagen (BET) im Mai stellte sich "Energiesprong" im BMWi-Modul des Bundeswirtschaftsministeriums zu innovativer Gebäudesanierung vor.

„Wir brauchen innovative Konzepte wie Energiesprong, um die Ziele der Wärmewende zu erreichen.“

Dr. Alexander Renner, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip war zentrales Thema bei der halbtägigen Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei den Berliner Energietagen am 21. Mai. Aus verschiedenen Perspektiven gab es Einblicke zur Marktentwicklung und Umsetzung von Energiesprong-Sanierungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Dr. Alexander Renner, BMWi betonte bei seiner Begrüßung im vollbesetzten Saal die Chancen, die serielle Sanierungsansätze bieten. Es bedrüfe neuer überzeugender Konzepte wie Energiesprong, um die Ziele der Wärmewende zu erreichen.

Kristina Zimmermann, Deutsche Energie-Agentur (dena)  /Energiesprong Deutschland und Ian Hutchcroft, Energiesprong UK stellten das Energiesprong-Prinzip vor und berichteten über die Markentwicklung in Großbritannien und Deutschland. Ihr Fazit: Bei allen Unterschieden zwischen den Ländern, gibt es ähnliche Erfolgsfaktoren für eine schnelle und erfolgreiche Marktentwicklng: Es braucht politischen Anschub, es braucht Mut und Innovationstreiber aus Wohnungs-, Bau- und Zulieferunternehmen. Zudem bedarf es „Volumen“, also eine wachsende Zahl von Sanierungen, um die Baukosten schrittweise zu senken und neue Gebäudetypen zu erschließen.

Ewald Ernst, Baugenossenschaft Oberricklingen schilderte, warum sich sein Unternehmen entschieden hat, erste Häuser aus dem Bestand nach dem Energiesprong-Prinzip zu sanieren. Emanuel Heisenberg setzt mit seiner Firma ecoworks Net-Zero-Modernisierungen um und berichtete von den Erfahrungen bei einem ersten Vorhaben zur Sanierung von Mehrfamilienhäusern.

Die Perspektive aus Frankreich und zugleich eines Bauunternehmens brachte Maxime Hugonnet von Bouygues Construction ein. Das französische Bauunternehmen hat sich früh entschieden, Energiesprong-Sanierungen umzusetzen. "It was love at first sight", so Hugonnet.

Der Architekt Dr. Burkhard Schulze-Darup zeigte in seinem Abschlussvortrag: Energieeffizienz und bezahlbares Wohnen sind vereinbar. Und er betonte: Es ist Zeit, jetzt neue Wege zu gehen, um die Klimaziele erreichen zu können. Serielles Sanieren – mit industriell vorgefertigten Elementen – kann hier ein Teil der Lösung sein und neuen Schwung in den Sanierungsmarkt bringen. Prof. Dr. Raimar Scherer von der TU Dresden stellte vor, welche Chancen sich in der Bauwirtschaft 4.0 ergeben, um durch digitalisierte Prozesse Kosten zu senken.

Das Programm und die von den Referent*innen bereits freigegebenen Vorträge finden Sie hier.

Über Energiesprong

Die Initiative Energiesprong („Energiesprung“) kommt aus den Niederlanden, dort sind bereits tausende Wohnhäuser auf diesem Weg erfolgreich saniert worden. Auch in Frankreich und Großbritannien ist das Konzept erfolgreich.

In Deutschland wird Energiesprong von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) koordiniert. Die dena entwickelt das Sanierungskonzept für den deutschen Markt,bringt Bau- und Wohnungswirtschaft zusammen und setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein. Das Projekt wird finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unterstützt vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Die Umsetzung der Prototypen wird zudem über das EU-Programm INTERREG NWE im Rahmen des Projekts „MUSTBE0“ gefördert.

Interessierte Bau- und Wohnungsunternehmen können sich gerne an das Energiesprong Deutschland-Team für weitere Informationen zur umfassenden Unterstützung bei der Umsetzung von NetZero-Projekten durch das dena-Team wenden. Die Teilnahme an der Energiesprong-Initiative ist kostenfrei
www.energiesprong.de

Twitter: @EnergiesprongDE