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Deutsch-französische Study Tour: Energiesprong in Theorie und Praxis

Bei der deutsch-französischen Study Tour für Kommunenvertreter rund um Lille, besuchte die Gruppe das nach dem Energiesprong-Ansatz sanierte Quartier in Hem und informierte sich zur Energiesprong-Marktenentwicklung in Deutschland und Frankreich.

Deutsch-französische Study Tour: Energiesprong in Theorie und Praxis

Klimafreundliche Gebäude und Quartiere zum Anfassen: Die zweitägige Studienreise am 25. und 26. Juni führte VertreterInnen von Städten und Kommunen zu nachhaltigen Projekten rund um Lille. Auch nach Hem, 20 Kilometer entfernt von Lille. Dort hat das Wohnungsunternehmen Vilogia zehn Wohnhäuser nach dem Energiesprong-Prinzip saniert. Projektleiterin Agnieszka Bogucka und Forschungsleiter Fabien Lasserre erzählten vor Ort von ihren Erfahrungen. Der Austausch mit den niederländischen Entwicklern des Energiesprong-Prinzips sei sehr wertvoll gewesen, in den Niederlanden wurden bereits tausende Wohnhäuser erfolgreich nach dem Energiesprong-Prinzip saniert. Nach der Sanierung ist das Fazit positiv:  Der Wohnkomfort in den jetzt Nullenergiehäusern sei deutlich gestiegen. Eine gute Antwort auf die Herausforderung von Wohnungsunternehmen, steigenden Energiepreisen zu begegnen, den MieterInnen ein komfortables Zuhause zu bieten und die Sanierung bezahlbar zu machen. Denn ein großer Teil der Sanierungskosten wird durch Energiekosteneinsparungen refinanziert. Zuvor hatten Vilogia, Greenflex und dena das Prinzip Energiesprong und die Marktentwicklung in Deutschland und Frankreich vorgestellt und mit den TeilehmerInnen diskutiert.

Best-Practice-Beispiele vor Ort erleben

Die Studienreise mit dem Thema "Gebäude- und Quartierssanierung" richtete sich an KommunenvertreterInnen aus Deutschland und Frankreich. Insgesamt nahmen 27 TeilnehmerInnen u.a. aus Köln (Partnerstadt von Lille), Potsdam, Dijon, Grenoble und dem nahgelegenen Brüssel an der Tour teil. Im Vordergrund standen Innovationen und umgesetzte Best-Practice-Beispiele für Sanierungen bzw.  Quartiersansätze sowie der direkte Austausch der TeilnehmerInnen mit den Akteuren vor Ort.  Veranstalter waren die dena und die Koordinatoren des TANDEM-Projekts für deutsch-französische Klimaschutzpartnerschaften (Klima-Bündnis e.V. und Energy Cities).

Ergänzend zum Energiesprong-Quartier in Hem besuchte die Gruppe u.a. das Maison de l’Habitat Durable („Nachhaltiges Wohnhaus“) in Lille, das entstehende Ökoquartier La Lainière („die Wollfabrik“) in Roubaix-Wattrelos und die Katholische Universität in Lille, die sich als “lebendiges Labor der Energiewende und des gesellschaftlichen Übergangs” bezeichnet. Bei allen Stationen stellten die Gastgeber ihre Projekte in Vorträgen und bei Führungen anschaulich und lebendig vor.

Das Fazit der TeilnehmerInnen: Zwei spannende und lehrreiche Tage. Geschätzt wurde die Verbindung aus fachlichen Informationen, Austausch und Eindrücken vor Ort.  Eine gute Grundlage, um das Format der Study Tour 2020 zu wiederholen, dann wohl in Deutschland. Erste nach dem Energiesprong-Prinzip sanierte Wohnhäuser wird es dann voraussichtlich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geben.

Über Energiesprong

Die Initiative Energiesprong („Energiesprung“) kommt aus den Niederlanden, dort sind bereits tausende Wohnhäuser auf diesem Weg erfolgreich saniert worden. Auch in Frankreich und Großbritannien ist das Konzept erfolgreich.

In Deutschland wird Energiesprong von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) koordiniert. Die dena entwickelt das Sanierungskonzept für den deutschen Markt, bringt Bau- und Wohnungswirtschaft zusammen und setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein. Das Projekt wird finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unterstützt vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Die Umsetzung der ersten Prototypen wird zudem über das EU-Programm INTERREG NWE im Rahmen des Projekts „MUSTBE0“ gefördert.

Interessierte Bau- und Wohnungsunternehmen können sich gerne an das Energiesprong Deutschland-Team für weitere Informationen zur umfassenden Unterstützung bei der Umsetzung von NetZero-Projekten wenden. Die Teilnahme an der Energiesprong-Initiative ist kostenfrei
www.energiesprong.de

Twitter: @EnergiesprongDE