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Pilotprojekt Köln feiert baulichen Fortschritt mit fliegenden Fassadenelementen

Am Pilotprojekt in Köln-Zollstock wurde am 7.7. ein wichtiger Meilenstein gefeiert: Per XXL-LKW wurden die sieben Meter breiten, geschosshohen neuen Fassadenelemente inklusive Dämmung, Fenstern und Türen vom Werksgelände der Korona Holzbau GmbH in Bergisch-Gladbach nach Köln transportiert und mithilfe eines Krans vor Ort montiert.

Pilotprojekt Köln-Zollstock: Fliegendes Fassadenelement | Foto: dena | Jens Willebrand Photographie

Das 1962 erbaute Mehrfamilienhaus der Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark in der Schwalbacher Straße 24/26 ist das erste serielle Sanierungsvorhaben im Rheinland, bei dem das innovative Energiesprong-Prinzip zum Einsatz kommt. Die Gesamtkosten der energetischen Modernisierung betragen 1,9 Millionen Euro. Diese noch relativ hohen Pilotkosten werden mit 876.000 Euro über das BEG-Programm des Bundes und 235.000 Euro über das Interreg-Programm der EU gefördert werden.

Die ganzheitliche Sanierungslösung wurde vom Kölner Architekturbüro Zeller Kölmel konzipiert. Wie der beim Energiesprong-Prinzip angestrebte NetZero-Standard erreicht wird, bleibt Architekten, Bauherren und Planern überlassen. Das eröffnet maximale Freiheit bei der Auslegung der thermischen Hülle, der verwendeten Heiz-, Kühl- und Lüftungstechnik sowie der regenerativen Energieversorgung.

Thomas Meißner | Foto: dena | Jens Willebrand Photographie

„Die serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip zahlt sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch aus. Selbst kleine Genossenschaften wie wir können einen Beitrag leisten, damit der klimaneutrale Gebäudebestand bis 2045 erreicht wird.“

Thomas Meißner, Vorstandsmitglied WG am Vorgebirgspark eG

Beim Fassadenaufbau entschieden sich die Architekten für eine aus folgenden Komponenten bestehende thermische Hülle: Die Außenwand wurde mit einer acht Zentimeter dicken Dämmschicht aus Mineralwolle versehen. Als zweite Schicht folgen mit Zellulosedämmstoff gefüllte, 28 Zentimeter dicke Fassadenelemente aus Holz mit integrierten Fenstern und Türen. Eine zusätzliche Luftschicht erhöht den Wärmeschutz und reduziert die Feuchteentwicklung. Den dekorativen Abschluss bildet eine rautenförmige Aluminium-Verkleidung. Der U-Wert der Außenwände konnte durch diesen Aufbau auf circa 0,12 W/(m2K) gesenkt werden. Ein Wert, der für die Erreichung des ambitionierten KfW 40 plus-Standards von zentraler Bedeutung ist.

Michael Kölmel | Foto: Zeller Kölmel Architekten

„Trotz vieler Standardisierungen bietet die serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip Gestaltungsspielräume für die eigene architektonische Handschrift. Uns war es u.a. wichtig, klimagerechtes und kreislauffähiges Bauen miteinander zu verbinden. Deshalb haben wir uns für eine Konstruktion entschieden, die nachhaltig, rückbaubar und recyclingfähig ist.“

Michael Kölmel, Zeller Kölmel Architekten

Die 16 Mietparteien konnten während der gesamten Bauzeit in ihren Wohnungen bleiben. Die Sanierungsmaßnahmen werden voraussichtlich Ende September 2022 abgeschlossen sein. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Pilotprojekt will die WG am Vorgebirgspark eG fünfzig weitere Wohneinheiten nach dem Energiesprong-Prinzip energetisch sanieren.

Rund 70 Gäste verfolgten die Montage der vorgefertigten Fassaden beim ersten Energiesprong-Projekt im Rheinland. 60 geschosshohe und sieben Meter breite Elemente werden per XXL-Lastwagen von der Vorfertigung in Bergisch-Gladbach nach Köln transportiert.

Alexander Rychter | Foto: dena | Jens Willebrand Photographie

„Dieses Projekt zeigt, mit welchem Engagement die rund 480 Wohnungsunternehmen und -genossenschaften im VdW Rheinland Westfalen an der klimagerechten Entwicklung ihrer Bestände arbeiten. Dabei stehen sie auch neuen und innovativen Verfahren wie dem Energiesprong-Prinzip offen gegenüber. Bislang haben die VdW-Mitglieder schon 21 Energiesprong-Projekte auf den Weg gebracht. Und es werden bestimmt noch mehr, denn der NRW-Koalitionsvertrag will serielles und modulares Bauen ausdrücklich etablieren, vereinfachen und fördern.“

Alexander Rychter, Vorstand des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e.V.

 

Über die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark eG

Die 1920 gegründete Kölner Genossenschaft verfügt über einen Wohnungsbestand von insgesamt 863 Wohneinheiten verteilt auf 103 Häuser in den Stadtteilen Klettenberg, Lindenthal, Mülheim, Müngersdorf, Sülz und Zollstock. In unmittelbarer Nachbarschaft des Energiesprong-Projekts realisiert die WGaV gemeinsam mit Zeller Kölmel Architekten das Neubauprojekt „Zukunft Wohnen“. Die 39 Neubauwohnungen sollen ab 2023 bezugsfertig sein.  

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Über Zeller Kölmel Architekten

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigen sich Zeller Kölmel Architekten mit sozialer, nachhaltiger und ökologischer Architektur. Neben dem Energiesprong-Projekt realisieren Zeller Kölmel für die WGaV den Neubau „Zukunft Wohnen“: Das Projekt verbindet hochwertigen Städtebau und bezahlbares Wohnen, anspruchsvolle Architektur und vielfältige Grün- und Gemeinschaftsflächen sowie hohe Energieeffizienz (KfW 40 Standard) mit Photovoltaik als Mieterstrommodell.

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Über den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e.V.

Der VdW Rheinland Westfalen ist Interessenvertretung und Dienstleister für seine rund 480 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Dem Verband gehören Unternehmen der kommunalen/öffentlichen, genossenschaftlichen, kirchlichen und industrieverbundenen/privaten Wohnungs- und Immobilienwirtschaft an. Sie bewirtschaften rund 1,1 Millionen Wohnungen alleine in Nordrhein-Westfalen und investieren jährlich rund 2 Milliarden Euro in die Bestandssanierung und den Neubau von bezahlbaren Wohnungen.

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